Art Attack:
Picturelistening

PONKOFF CD 047 (2004)

art attack were:
markus hänsel (keyboard), mathias bozó (vocals & percussion), thomas ellerkamp (guitar), werner mayer (saxophone), mathias ruppel (bass), andreas zeuch (drums)

track 05 recorded live at subkulturtage heilbronn 1996 and already was published in different mix on CD "Art Attack: Live Subkulturtage Heilbronn 1996" (ponkoff cd 038). mix by lumu.

this release was originally distributed by art attack in 1997. after it is out of print we´re proud to re-release it as legal free mp3s courtesy of mathias bozó.

click cover for print version

 

full album mp3 downloads 

01. gerze - 8:01min
02.
c plays c. - 6:33 min
03.
ich machs dir in 30 sekunden - 0:36 min
04.
kick off. - 7:10 min
05.
diving to the moon - 8:51 min
06.
interlude - 0:36 min
07.
psyckick offroads - 7:06 min
08.
soundwatching - 9:35 min
09.
kritikretins - 1:42 min

all artists agreed to have their music published at ponkoff-music.de for free, private, non-commercial use. download of mp3 files from this site is 100% legal.

 

Art Attack - Picturelistening

(50:27, Privatpressung, 1997)

 

Der versierte PNL- Rezensent ist stets auf der Suche nach der ultimativen Entdeckung für seine Leser, denen er treu ergeben ist. Angetrieben vom Jäger- und Sammlertrieb und angetrieben vom rücksichtslosen, grausamen und erbarmungslosen Sklaventreiber (so lautet die nette interne Umschreibung für den allseits verehrten Herrn Chefoberschmierfink Kristian S. - Anm. der Red.) stößt der Schreiber in Galaxien vor, die noch nie ein Mensch zuvor gehört hat. Längst wartet der unterzeichnende Wortklauber nicht mehr darauf, dass ihm die göttlichen Eingebungen per Luftpolsterumschlag ins Haus flattern, vielmehr gräbt er auch nur jeden erdenklichen Winkel der Welt, des Weltalls oder des World Wide Webs auf seiner rastlosen Suche um. Der löbliche und außerdem recht beliebte musikalische Adventskalender der [progrock-dt] eCommunity / Mailing List (http://advent.progparade.de) förderte einige bisher unbekannte Juwelen zutage, die es wert sind, einer größeren Gemeinde vorgestellt zu werden. In diesem Adventskalender findet man für jeden Tag der Adventszeit einen Song, zumeist handelt es sich dabei um bis dato unveröffentlichtes, exklusives Material - ein Blick auf die Website lohnt sich, sie ist zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Ausgabe immer noch online. Die mittlerweile aufgelöste südwestdeutsche Formation Art Attack spielte nur ein Album ein, nämlich "Picturelistening". Von diesem Album ist eben der Opener "Gerze" als MP3 auf der Website downloadbar. Nur ein Album, aber was für eines! Die überschäumende Spielfreude des Sextetts, dass sich einer furiosen Mischung aus Fusion und Jazzrock verschrieben hat, samt seltsamer Scat- und Rap- Einlagen und anderen schrägen Vocals, ist gespickt mit instrumentalen Höchstleistungen und wartet mit einer gehörigen Portion Humor auf. Großartig der Traditional "Ich mach's Dir in 30 Sekunden...glaube ich" und die realistische Autokritik in "Kritikretins" - zum Totlachen. Allein schon wegen der Gags rechtfertig die Scheibe den Kauf; das Cover ist allerdings entsetzlich - eine wohl gewollt schreckliche Collage - brrrr... andererseits, welche CD könnte sonst von sich behaupten, von einem, nein zwei Bioläden gesponsert zu sein? Besonders hervorgehoben seien aber auch die musikalischen Qualitäten der Scheibe: Das superbe Spiel des Saxophonisten Werner Mayer, der treibende Piano- Sound des Tastenmanns Markus Hänsel und das coole Fusionspiel des Gitarristen Thomas Ellerkamp. Weirdo-Vokalist Mathias Bozó steuert außerdem noch ein paar exzellente (und exotische) Percussion- Einlagen bei und zeichnet sich für ein paar wirklich essentielle Remixe verantwortlich. Fazit: Scharfe Mischung aus Weather Report, Mahavishnu Orchestra, Return To Forever, Santana und vielleicht einer Prise Zappa, sowie orientalischer und okzidentalischer Fusion in allen Aggregatzuständen, mit einer Prise Slapstick, Comedy, Blödsinn und viel Ironie - wenn man schon diese wüste Truppe nicht mehr live erleben kann, dann sollte man sich zumindest das Album nicht entgehen lassen.

Sal Pichireddu

 

Review from:
Progressive Newsletter Nr.39 (03/2002)